AktuellesWohnen im Alter / Technische Hilfe im Alter
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Mittwoch, 28. August 2013

Der demografische Wandel wirkt sich vor allen Dingen auch auf den Bereich Wohnen aus. Große Herausforderungen und Anstrengungen sind nötig, um Wohnungsangebote für ältere Menschen vorhalten zu können. Sie sollen eigenverantwortlich eine passende Wohnung aussuchen oder umgestalten können. Es muss ihnen ermöglicht werden, auch bei eingeschränkter körperlicher oder psychischer Gesundheit, möglichst lange zu Hause zu leben, was allgemein auch ihrem Wunsch entspricht.

Dazu ist es erforderlich, dass der vorhandene Wohnungsbestand strukturell überprüft oder gar umgewandelt werden muss. Das Wohnumfeld ist zu verbessern, um gerade den älteren Mitbürgern das Leben in der eigenen Wohnung zu erleichtern, vor allen Dingen auch sicherer zu machen. Umbaumaßnahmen sollen dabei nicht isoliert betrachtet werden. Der gesamte Wohnraum, auch das Wohnumfeld, soll zuvor einer Überprüfung unterzogen werden, damit alle Maßnahmen, die es zu machen gilt, im Zusammenwirken dafür sorgen, dass der ältere Mensch sich weiter in seiner Wohnung wohl fühlen kann, ihm jedoch das tägliche Leben erheblich erleichtert wird. Gefahrenstellen und Beschwernisse gilt es zu beseitigen.

Die Möglichkeit sich auch in ein so genanntes Wohnquartier einzukaufen oder einzumieten ist auch überdenkenswert. Dort sind oder werden Pflegewohngruppen angeboten, auch betreute Wohnanlagen sind derzeit schon vorhanden. Dort ist der Vorteil dass der ältere Mensch nicht isoliert lebt und er in seinem ihm bekannten Wohnumfeld und seiner vertrauten Umgebung verbleiben kann. Ebenso ist dort außer der Gemeinschaft auch gewährleistet, dass ihm eine relativ große Unterstützung, je nach Bedarf, zu Teil werden kann.

In allen Fällen können Kommunen durch eine zukunftsorientierte Bau- und Infrastruktur für solche Anlagen günstige Rahmenbedingungen schaffen. Bei all den bereits angesprochenen Dingen sollen wir aber nicht vergessen, dass alle Bürger sich schon zeitig Gedanken um ein Leben im Alter machen. Maßnahmen kann ich in der Regel nicht mehr durchführen, wenn mich gesundheitliche Einschränkungen bereits darin hindern solche durchführen zu können.

[title size=“2″]Moderne Technik soll das älter werden erleichtern[/title]

Je mehr sich mit dem „Altwerden“ beschäftigt wird desto mehr wird auch darüber nachgedacht, wie man Seniorinnen und Senioren das Leben im Alter erleichtern kann. Dazu gibt es heute schon enorm viele technische Hilfsmittel, die helfen das Leben leichter zu gestalten.

Es bedarf natürlich die Gewöhnung der älteren Generation sich an solche Hilfsmittel zu gewöhnen, das war aber gerade bei älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern auch schon damals als die ersten elektrischen Waschmaschinen auf den Markt kamen. Sie wurden auch zuerst verteufelt, man stelle jedoch sehr schnell fest, dass die Arbeit hierdurch erheblich erleichtert wurde. So ging es bisher bei vielen Errungenschaften der Technik, die zuerst Ablehnung erfuhr, dann aber doch von breiten Kreisen angenommen wurde und heute auch immer noch zur Arbeitserleichterung eingesetzt werden. Also sollten wir uns alle damit vertraut machen, dass technische Hilfsmittel und die neuen Medien immer einen größeren Stellenwert im täglichen Leben haben werden. Fotos, bewegte Bilder halten alle Familienangehörigen auf dem Laufenden. Derzeit gibt es schon zahlreiche technische Hilfsmittel im Haushalt, die das Leben sicherer und bequemer machen können.

Einziger Punkt, geraden bei älteren Menschen, ist der, dass sie mit der Technik noch nicht so vertraut sind und daher das ganze sehr skeptisch betrachten. Fest steht jedenfalls, dass diese helfen und assistieren kann.

Viele ältere Kraftfahrer haben sich schon an die im Fahrzeug eingebauten Assistenzsysteme gewöhnt. Das fängt bei blendfreien Scheiben an, geht über Einparkhilfen, Spurassistentensysteme und Navigationssysteme und viele andere weiter. Hier werden die technischen Neuerungen schon sehr gerne genutzt und tragen zur Verkehrssicherheit bei.

Nun gilt es aufgeschlossen für Hilfssysteme zu sein, die das Leben im eigenen Haushalt sicherer machen und auch teilweise erheblich erleichtern.

So ein paar Beispiele möchte ich aufzeigen: Bügeleisen schalten sich selbstständig ab (Brandgefahr ist also gebannt), Lichter können Zentral ein und ausgeschaltet werden, offenen Fenster und Türen werden beim Verlassen der Wohnung auf einem Bildschirm angezeigt. Barrierefreie Eingänge, Bewegungsmelder, Rauch- und Gasmeldegeräte tragen ebenfalls erheblich zur Sicherheit bei.

Diese gesamte Technik wird heute oft unter dem Kurzbegriff AAL angeboten (im Fachjargon Ambient Assisted Living), was so viel oder einfach heißt «alltagsunterstützende technische Hilfen».

AAL ist ein Hilfsmittel, in Teilen sogar ein sehr tolles Hilfsmittel, um in der eigenen Wohnung und in seiner sozialen Gemeinschaft bleiben zu können, den Kontakt mit der Außenwelt nicht zu verlieren und möglich lange selbstständig und eigenbestimmt leben zu können.

Darüber sollte man jedoch nicht nur schon im höheren Alter nachdenken, sondern sich schon beizeiten auf das Altwerden vorbereiten. Mittlerweile sind die Kosten für die Anschaffung vieler der technischen Gerätschaften schon erschwinglich geworden und werden bei mehr Bedarf sicherlich noch erschwinglicher werden.

Gerd Amman
Seniorenbeauftragter
Seniorensicherheitsberater