AktuellesModellprojekt Barrierefreiheit und Integration
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Mittwoch, 11. Mai 2011

Die Gemeinde Illingen hat sich bereits zu Beginn des Projekts Illingen 2030 dafür entschieden, Barrierefreiheit zu einer kommunalen Querschnittsaufgabe zu machen. Anlass für die Schwerpunktsetzung waren das Europäische Jahr der Menschen mit Behinderungen 2003, als der Bericht «2010: Ein hindernisfreies Europa für alle» vorgelegt wurde, und das Gesetz zur Gleichstellung von behinderten Menschen im Saarland vom 26. November 2003. Die Gemeinde Illingen hat die Herausforderung angenommen, offensiv die Herstellung barrierefrei gestalteter Lebensbereiche zu betreiben.

Der Rat fasste einen Grundsatzbeschluss, dessen Ziel nicht nur «Bauen für Alle» war, sondern auch die Einrichtung eines integrativen Betriebs für Menschen mit Behinderung zur Digitalisierung von Dokumenten und der Abschluss einer Betriebsvereinbarung zur Barrierefreiheit. Im Grundsatzbeschluss hieß es: «Die Gemeinde Illingen stellt sich ausdrücklich hinter die Erklärung von Barcelona vom März 1995 und will als erste Gemeinde des Saarlandes das Gesetz zur Gleichstellung von behinderten Menschen umsetzen».

Mittlerweile wurde erkannt, dass es bei Themen wie Barrierefreiheit, Accessibility und Design für alle nicht nur um Menschen mit Handicap, sondern auch um Senioren, um Kinder, um Familienfreundlichkeit geht. «Zugänglichkeit ist ein Anliegen aller Menschen und nicht nur einer Minderheit mit körperlichen Behinderungen.» Sie gilt als «Schlüssel zu einer nachhaltigen Entwicklung, da so die Lebensqualität verbessert und die städtische Umwelt lebenswerter gemacht wird».

Dies hat auch eine ökonomische Bedeutung: «Barrierefreie Produkte sind schon heute überdurchschnittlich stark nachgefragt und werden in den nächsten Jahrzehnten – gefördert durch den demographischen Wandel – eine noch stärkere Nachfrage erfahren.»

Erster Schritt in Illingen war die Einrichtung eines trägerunabhängigen Integrationsbüros für die Belange behinderter Menschen. Das Integrationsbüro erfüllt verwaltungsintern auch die Funktion des Controllings öffentlicher Baumaßnahmen. Die Gemeinde konsultierte einschlägige Verbände, berief eine ehrenamtliche Behindertenbeauftragte und ließ ein Handlungsprogramm für fünf Jahre partizipativ erarbeiten.

Illingen hat den Integrationspreis 2010 gewonnen und ist weiter sehr engagiert in diesem Bereich. Das Thema hat auch Eingang in eine Dissertation und mehrere bundesweite Veröffentlichungen gefunden.

Diese Aspekte fließen auch in die Überlegungen «Illingen lebt gesund!» mit ein.