AktuellesDas Saarland trainiert sich gesund
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Donnerstag, 21. April 2011

Unter diesem Motto startete im März eine der weltweit größten kontrollierten wissenschaftlichen Studien zum Gesundheitssport. Für rund 200 Testpersonen, die sich im Vorfeld für die Studie angemeldet haben, begann dann das Sportprogramm. Beim Auftakt der Studie war auch die saarländische Ministerin für Prävention und Sport, Annegret Kramp-Karrenbauer, anwesend.

Durchgeführt wird die so genannte Saarländische Ausdauer-Etappe Sause vom Institut für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes. Der Ärztliche Direktor, Professor Tim Meyer, beantwortete während des Trainings Fragen zu dem Projekt.

Bewegungsarmut ist eine der wesentlichsten Ursachen verschiedener Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dass Sport bei untrainierten Menschen die Risikofaktoren positiv beeinflusst und auch die Sterblichkeit herabsetzt, wurde durch verschiedene Beobachtungsstudien bereits belegt. Nun wollen Professor Tim Meyer und sein Team vom Institut für Sport- und Präventivmedizin herausfinden, wie die sportliche Aktivität gestaltet sein sollte, um möglichst günstige Effekte hervorzurufen. «Mit Hilfe der Trainingsstudie Sause soll eine Aussage über das optimale Training für einzelne Menschen getroffen werden, die ihre individuellen Eigenschaften wie beispielsweise Alter, Geschlecht und Risikofaktoren berücksichtigt», erklärte Professor Meyer. Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte: «Mir als Sportministerin liegt die Fitness und Gesundheit der Saarländerinnen und Saarländer sehr am Herzen. Falsches Training, ohne eine realistische Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit, kann jedoch die Gesundheit gefährden. Die Sause-Studie trägt dazu bei, unter Berücksichtigung individueller körperlicher Eigenschaften, die optimalen Trainingsmethoden zu ermitteln. Dies unterstütze ich gerne.»

An der größten saarländischen Studie zum Gesundheitssport nehmen rund 200 Menschen teil, die vorher keinen oder sehr wenig Sport getrieben haben. Sie probieren nun ein halbes Jahr lang drei Mal pro Woche verschiedene Trainingsprogramme aus, deren Vorgaben auf einem Eingangstest basieren. Bei diesem Test haben Professor Meyer und seine Mitarbeiter die Teilnehmer zunächst ärztlich untersucht, dazu gehörten unter anderem ein Bluttest und ein Belastungs-EKG auf dem Laufband. Dann wurden die Teilnehmer in vier verschiedene Gruppen eingeteilt. Dabei absolviert ein Teil der Probanden ein Lauf-Ausdauertraining, entweder nach der Dauermethode (ähnlich dem typischen «Waldlauf») oder nach der Intervallmethode (kürzere, aber intensivere Laufstrecken), eine dritte Gruppe macht Kraftausdauertraining. Ein Viertel der Teilnehmer wurde in eine Kontrollgruppe gelost und führt für sechs Monate die bisherige Lebensweise fort.

«Während der Studie untersuchen wir die Effekte der drei verschiedenen Trainingsmethoden auf die Gesundheit. Dazu messen wir beispielsweise die maximale Sauerstoffaufnahme, den Ruhe-Blutdruck und die Blut-Fette», so Tim Meyer. Auch die Teilnehmer der Kontrollgruppe müssen nicht ganz auf Sport verzichten: Sie können nach dem Ablauf der sechs Monate ebenfalls an einem der Trainingsprogramme teilnehmen.

Weitere Informationen: www.sportmedizin-saarbruecken.de