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Interreg-IV-a Projekt „MAG-Net. Risikominimierung und Gesundheitsförderung für die Zielgruppe riskanter Konsument/innen psychoaktiver Substanzen („Partydrogen“) in der Großregion“

Die Landeshauptstadt Saarbrücken setzt als einer von 6 Partnern aus der Großregion das Projekt MAG-Net um. Das ursprüngliche Projekt umfasste vier Achsen: Vernetzung der Institutionen in der Großregion, schulische Gesundheitsförderung und Suchtprävention, Gesundheitsförderung und Risikominimierung in der Party- und Festivalszene, Fachtagungen zu drogenpolitischen und sozialpolitischen Themen. Hierzu liegen Dokumentationen, Verzeichnisse u.a. Materialien vor.

 

Von Juni 2009 bis Dezember 2012 wurde das Projekt mit europäischen Mitteln (EFRE), Mitteln des Landes und des Regionalverbandes Saarbrücken mit unterstützt, 2013 werden die Angebote und Aktivitäten zum Bereich Gesundheitsförderung und Risikominimierung in der Party- und Festivalszene fortgeführt (in Kooperation mit Partnern aus Lothringen, Luxemburg, Wallonien, Rheinland-Pfalz).

 

Das Projekt ist dem Konzept der Risikominimierung verpflichtet. Das bedeutet, dass der Gebrauch psychoaktiver Substanzen akzeptiert und nicht grundsätzlich problematisiert wird, keine Bewertung oder moralische Belehrung vorgenommen wird (keine Abstinenzorientierung) und dass der Zielgruppe Informationen und andere Präventionsmittel zur Verfügung gestellt werden. Beispiel: Ohrstöpsel und Kondome. Ziel ist der informierte und kritische Verbraucher, der Substanzkonsum in Eigenverantwortung praktiziert.

Konzept und Umsetzungsstrategie tragen der Erkenntnis Rechnung, dass die Gruppe der Partydrogenkonsument/innen überwiegend keinen problematischen Konsum aufweist. Das Recht auf Feiern und Spaß bejahen ohne den Schutz der Gesundheit zu vernachlässigen, ist das Motto. Bestehende Informationsdefizite werden kompensiert, der unkritische Umgang mit Informationen aus Internet und Facebook wird thematisiert.

 

Zur Strategie der Risikominimierung in der Partyszene gehören u.a. Bereitstellung von geeigneten Informationen (Postkarten zu 10 Themen liegen vor); Schulungen von Peers, die bei Partys und Festen eingesetzt werden; Infostände oder mobile Einsätze vor Ort.

 

Als neue Strategie wird zurzeit überlegt: Information und Schulung von medizinischem Personal und von Sozialarbeiter/innen, Nutzung von Warteräumen im Gesundheitswesen, Zusammenarbeit mit Rettungskräften.

Mit der Realisierung dieser ergänzenden Angebote kann frühestens Mitte 2013 gerechnet werden.

 

Die Stadt Saarbrücken, Amt für soziale Angelegenheiten, Bereich Gesundheitsförderung.

Projektpartner/innen im Bereich Party/Festivals : Centre de Prévention des Toxicomanies (CePT), Luxemburg, Centre d’action laique (CAL), Provinz Luxemburg in Belgien, Commité mosellan de sauvegarde des enfants et des adultes (CMSEA), Metz, Aktionsgemeinschaft Drogenberatung Saarbrücken.

 

Kooperationspartner der Stadt Saarbrücken ist JUZ United.

Weitere Infos: www.mag-net.eu

 

Von 2009-2012 wurden insgesamt über 90 Infostände bei Veranstaltungen in der Großregion eingesetzt. Standpersonal und Peers waren lokal und überregional rekrutiert, so dass Mehrsprachigkeit gegeben war.

 

Für 2013 ist die Terminplanung noch nicht abgeschlossen. Schwerpunkt ist von Mai bis September, u.a. Halberg Open Air, Stadt- und Stadtteilfeste.

 

Postkarten zu 10 Themen liegen vor – in deutscher, französischer und englischer Sprache. Die Karten sind zurzeit kostenlos erhältlich. Themen: Alkohol, Tabak, Cannabis, Ecstasy, GHB/GBL (K.O. Tropfen), Spice, Gute Fahrt, Volle Lautstärke, Sex, Kokain.

Weitere Postkarten werden voraussichtlich in 2013 erstellt.

 

Veranstalter/innen von Festen/Festivals können Präsenz von Peers und mobilen Info-Einsätzen anfordern, Kosten nach Umfang und Zeitaufwand in Absprache.

Die Postkarten können angefordert oder von der Homepage runtergeladen werden.

Soweit Veranstalter zustimmen werden bei den Einsätzen Befragungen des Publikums durchgeführt, u.a. zum Wohnort, zu den Fremdsprachenkenntnissen, zur Wahl des Verkehrsmittels sowie nach dem Substanzgebrauch in den letzten 2 Wochen. Die Ergebnisse werden dem Veranstalter zur Verfügung gestellt.

Für 2013 sind ggf. vertiefende Interviews mit Partydrogenkonsument/innen vorgesehen – u.a. zur Frage der Motivation und zur Qualität der Substanzen.

 

Kontakt:

Angelika Kraus
Landeshauptstadt Saarbrücken, Saarbrücken
Lenkungsgruppenleitung
Telefon: (0681) 905-0
Fax: (0681) 905-1536
E-Mail: angelika.kraus@saarbruecken.de
Webseite: www.saarbruecken.de