AktuellesSturzprophylaxe – Fachtagung in Saarbrücken
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Freitag, 7. Oktober 2011

Leider passiert es häufig, dass ältere Menschen stürzen oder zumindest beinahe stürzen. Jahr für Jahr ereignen sich in Deutschland insgesamt etwa vier bis fünf Millionen Stürze. Es wird geschätzt, dass etwa ein Drittel der Menschen über 65 Jahren mindestens einmal pro Jahr hinfällt. Am 12. November präsentiert das Bildungswerk des STB in Saarbrücken die Fachtagung Sturzprophylaxe.

Je älter man wird, umso größer wird auch das Sturzrisiko. Bei den 80 bis 89-Jährigen sind es sogar 40 bis 50 Prozent, die mindestens einmal pro Jahr fallen. Und bei den 90- bis 99-Jährigen sind es bereits deutlich mehr als die Hälfte aller Menschen, die sich nicht mehr sicher auf den Beinen halten können.

Der Deutsche Turner-Bund möchte sich aktiv daran beteiligen, die Anzahl von Stürzen älterer Menschen zu verringern. Als Dachverband für den Freizeit- und Gesundheitssport im Verein ist es unser Ziel, Bewegungsangebote für zu Hause lebende, ältere Menschen zu machen, die diesen helfen, standfest und bewegungssicher zu werden und zu bleiben. In wissenschaftlichen Untersuchungen ist herausgefunden worden, dass es vor allem an mangelnder Muskelkraft und nachlassendem Gleichgewichtsgefühl liegt, wenn ältere Menschen stürzen. Muskeln können gekräftigt und die Gleichgewichtsfähigkeit kann wieder aufgebaut und erhalten werden – und dieser Aufgabe möchte sich der DTB stellen.

In der Regel verschlimmern sich mit zunehmendem Alter leider auch die Folgen eines Sturzes. Junge Menschen tragen oft nur einen «blauen Fleck» oder eine leichte Prellung davon, mindestens 10 Prozent der Älteren verletzen sich jedoch ernsthaft.

Viele Stürze haben schlimme Folgen: Mehr als 120.000 ältere Menschen erleiden einen Oberschenkelhalsbruch oder brechen sich den Oberschenkel unmittelbar unterhalb des Oberschenkelhalses. Diese Verletzungen werden in der Folge als Hüftbrüche bezeichnet. Oftmals heilen solche Brüche nur schlecht. Mehr als die Hälfte der Menschen sind nach dem Bruch in Ihrer Beweglichkeit erheblich eingeschränkt, 20 Prozent werden sogar in einem Heim ständig pflegebedürftig. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen sind eindeutig: Während vor einem Bruch drei Viertel der untersuchten älteren Menschen noch selbständig und ohne Hilfsmittel gehen konnten, waren es nach dem Bruch lediglich noch 15 Prozent. Es versterben sogar bis zu 10 Prozent der Menschen innerhalb eines Jahres an den Folgen eines solchen Bruchs.