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Mittwoch, 22. Juni 2011

Unterhalb der Ruinen der Hohenburg auf dem Schlossberg liegen Europas größte Buntsandsteinhöhlen. Geheimnisvolle Gänge führen die Besucher in imposante Kuppelhallen, die aufgrund der gelben, roten und gelbroten Verfärbung des Sandes einen besonderen Reiz ausüben. Entstanden ist der Buntsandstein, der den Höhenzug oberhalb der Stadt Homburg bildet, vor etwa 250 Millionen Jahren.

Neben den interessanten Verfärbungen sind die sogenannten Rippelmarken, die fast überall Decken und Wände kennzeichnen, charakteristisch für die Schlossberghöhlen. Diese Rippelmarken sind Wellenspuren bewegten Wassers, wie sie auch an Stränden zu beobachten sind. Sie sind untrügliche Zeugen für die vor vielen Millionen Jahren von Wasser bedeckten Flächen in der Region.

Als Teil der Festung Hohenburg, die der Stadt ihren Namen gab, diente das Höhlenlabyrinth früher vornehmlich der Verteidigung. Nach dem Tod des letzten Grafen von Homburg im Jahr 1449 fielen Burg und Stadt an die Grafen von Nassau-Saarbrücken. In der Reunionszeit ließ der französische König Ludwig XIV. durch seinen Festungsbaumeister Sébastien Le Prêstre de Vauban Schloss und Stadt zu einer Festung ausbauen. Die Festungsanlagen wurden 1697 und 1714 geschleift.

Die Schlossberghöhlen wurden von Menschenhand geschaffen, es handelt sich daher genau genommen um Bergwerksstollen. Ursprünglich wurde der Sand im 17. Jahrhundert aufgrund des hohen Quarzanteils für die Glasherstellung genutzt. Später erfolgte der Abbau als Scheuersand zur Reinigung sowie als Formsand für die Eisenindustrie.

Nachdem die Höhlen für einige Zeit in Vergessenheit gerieten, wurden sie in den 30er-Jahren wiederentdeckt. Im Zweiten Weltkrieg fand die Homburger Bevölkerung in den Höhlen Schutz vor Fliegerangriffen.

An die Sandsteinhöhlen schließt sich ein ebenfalls beeindruckender Bunkerbereich an, der Anfang der 50er-Jahre für die damalige Regierung des Saargebiets angelegt wurde.

In jüngster Vergangenheit wurden die Schlossberghöhlen mit großzügiger Unterstützung des Wirtschaftsministeriums aufwändig saniert. Die neu entstandenen Sicherheitseinrichtungen aus Beton und Stahl bieten in den Höhlen nicht nur den bestmöglichen Schutz, sie sind ihrerseits sehenswerte Bestandteile dieses einzigartigen Besuchserlebnisses.

Die geheimnisumwitterten Schlossberghöhlen unterhalb der Ruinen der Hohenburg sind nur unter sachkundiger Führung zu besichtigen. Telefonische Voranmeldung ist auch für Einzelbesucher empfehlenswert. Dadurch können längere Wartezeiten oder in Stoßzeiten sogar Einlassverweigerungen wegen Überbuchung vermieden werden. Führungen finden zu jeder vollen Stunde statt (zeitliche Verschiebungen sind möglich). In den Höhlen herrscht eine konstante Temperatur von 10° Celsius.

Von der Altstadt sind die Höhlen über einen Treppenzugang zu erreichen. Wer mit dem Auto anreist, kann auf dem Schlossberg parken. Auch von hier führt eine Treppe zum Eingang der Schlossberghöhlen.

Die Ruinen der Festung Hohenburg können jederzeit kostenlos besichtigt werden.