AktuellesLandesdrogenbeauftragter Stephan Kolling macht auf Thema „Sucht im Alter“ aufmerksam
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Donnerstag, 9. Februar 2017

Im höheren Lebensalter kommt es vermehrt zur Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit. Die Alkoholsucht betrifft oft Männer, während Frauen einen höheren Medikamentenkonsum aufweisen.

Nach neueren Schätzungen sind in Deutschland etwa 2-3 % der Männer und ca. 1 % der Frauen ab 60 Jahren alkoholabhängig; riskanter Alkoholkonsum betrifft etwa 3,5 Millionen Männer und Frauen der Altersgruppe. So sind beispielsweise auch über 35,3 % der Alkoholkranken älter als 50 Jahre.

Laut Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen weisen 5 bis 10 % der Senioren einen problematischen Gebrauch psychoaktiver Medikamente bzw. Schmerzmittel auf. Häufig handelt es sich dabei um eine Niedrigdosisabhängigkeit.

Insgesamt erwarten Experten, dass aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland die Zahl der Betroffenen in den nächsten Jahren deutlich steigen wird. Dies gilt voraussichtlich besonders auch für das Saarland mit seiner spezifischen Altersstruktur. Damit steigt auch die Relevanz des Themas Sucht im Alter aus gesundheitspolitischer Sicht weiter an.

Staatssekretär Stephan Kolling sagt dazu: „Sucht im Alter ist oft eine Ursache der Vereinsamung älterer Menschen. Deshalb dürfen wir diese Menschen nicht alleine lassen. Es müssen Hilfsangebote geschaffen werden, die der Alkohol- und Tablettensucht im Alter präventiv entgegenwirken. Vor allem muss aber auch eine Einbindung in die Gesellschaft erfolgen, zum Beispiel durch offene Generationen Treffen.“

Projekte für Senioren hat die saarländische Landesregierung bereits

installiert. So entstanden in Zusammenarbeit mit der Landesmedienanstalt Saarland und  dem Verein MedienNetzwerk SaarLorLux insgesamt vier „virtuelle Mehrgenerationenhäuser“. Dabei können Gruppen bei regelmäßigen Treffen vor Ort mit Hilfe von Tablet-PCs, die ihnen im Rahmen des Projekts leihweise zur Verfügung gestellt werden, selbstständig untereinander zu kommunizieren und sich austauschen. Schulungen am Tablet-PC durch erfahrene Referenten der Kampagne „Onlinerland Saar“ vervollständigen das Angebot. Durch diese Art der Kommunikation wird auch der Dialog innerhalb von Familien gefördert, denn oft wohnen Verwandte weit entfernt. Das erfolgreiche Projekt wird 2017 fortgeführt und erweitert.

Bei drohender Vereinsamung können sich Seniorinnen und Senioren auch an die zuständigen Seniorenlotsen in ihren Landkreisen wenden. Diese bilden im Rahmen des neuen Landesprogramms wichtige Schnittstellen zu den Netzwerken und Vereinen und können hilfreiche Kontakte und passende Ansprechpartner finden.

Das Land unterstützt finanziell zusätzlich das Projekt „Unabhängig im Alter – Lebensqualität erhalten“ zum Thema Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit bei Menschen im Alter über 60 des Caritasverbands für Saarbrücken und Umgebung e.V.

„Angehörige und Pflegefachkräfte müssen ebenfalls für diese Problematik zu sensibilisiert werden, um der ihr ausreichend gerecht werden zu können“, sagte Kolling.

Infos zu Suchtberatungsstellen auch online in unserem Flyer unter: http://www.saarland.de/dokumente/thema_LPH/LPH_Flyer_Sucht_2016.pdf  

 

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