AktuellesFachtag »Gemeinsam leben – Inklusion« in Merzig
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Dienstag, 17. Juni 2014

„Inklusion ist ein Thema, das wir in alle Politikbereiche hineintragen müssen, weil auch alle gleichermaßen dafür zuständig sind. Und zum Nulltarif kann ein gleichberechtigtes und gemeinsames Lernen, Arbeiten, Wohnen und Leben aller Menschen kaum ermöglicht werden“, fasst LAGS Geschäftsführer Franz Gigout die Kernaussagen des Fachtags »Gemeinsam leben – Inklusion« am 11. Juni in Merzig zusammen.

Eingeladen in die Merziger Stadthalle hatten die Kreisstadt Merzig, die »Laurentiushöhe«, eine Wohneinrichtung des Saarländischen Schwesternverbandes e.V. und die LandesArbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung Saarland e.V. (LAGS). Die Initiatoren wollten mit dieser Veranstaltung einen Beitrag leisten, Ideen der Inklusion insbesondere rund um das Thema Wohnen und Leben in die Fachöffentlichkeit zu tragen.

Nach Grußworten von Gesundheitsminister Andreas Storm, dem Merziger Bürgermeister Marcus Hoffeld und Prof. Dr. Wolfgang Werner stellte zunächst Abteilungsleiter Bernd Seiwert vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie unter der Überschrift »Saarland inklusiv – unser Land für alle« zahlreiche praktische Beispiele aus saarländischen Kommunen vor, die anderen Gemeinden als Vorbild und Anregung dienen können.

Anschließend präsentierte der Trierer Oberbürgermeister Klaus Jensen das Schammatdorf, ein Wohnprojekt seiner Stadt in dem bereits seit 1979 inzwischen 300 Menschen mit und ohne Behinderung gemeinschaftlich die Ideen der Inklusion vorleben. Als wichtige Erfolgsfaktoren für das Projekt nannte er: es gebe keine Erwartungen an die Bewohner hinsichtlich ihrer Beteiligung am nachbarschaftlichen Leben, das Schammatdorf sei keine Institution oder soziale Einrichtung sondern ein freiwilliger Zusammenschluss der dort Lebenden und man pflege einen regen Kontakt nach außen und fördere den Besuch nach innen. Mehr zum Schammatdorf finden Sie hier.

Ruth Klein und Jens Muno von der Wohneinrichtung Laurentiushöhe in Merzig-Schwemlingen präsentierten anschließend ihr »Dezentralisierungsprojekt« für die 400 Menschen mit psychischen oder geistigen Beeinträchtigungen, die derzeit dort leben. Im Rahmen dieses Projektes soll die Einrichtung mit ihren Bewohnerinnen und Bewohnern näher an das tägliche Leben in den benachbarten Gemeinden heranrücken. Dazu sind kleinere Wohn- und Betreuungseinheiten in der Umgebung des bisherigen Standortes geplant.