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Montag, 25. März 2013

Pflege und Verbesserung der Pflege im Alter – Alarmierende Zustände ???

Dieses Thema hat bereits im vergangenen Jahr die Öffentlichkeit, Medien und Fachleute beschäftigt. Es wird uns auch noch die nächsten Jahre beschäftigten. Nach derzeitiger Überprüfung, Forschung und Erhebung von Daten kann davon ausgegangen werden, dass wir im Saarland im Jahr 2020 mit einem Fehlbedarf von ca. 4.800 Pflegekräften rechnen müssen. Das ist eine erschreckend hohe Zahl, die angesichts des demografischen Wandels kaum noch händelbar erscheint.

Mir wurde ein Fall zugetragen, der gerade symptomatisch für unsere Situation, sei es in Pflegeheimen oder in Krankenhäusern, scheint. Eine ältere Damen, 87 Jahre alt, musste sich einer Operation unterziehen, die sie in ihrem Alter noch recht gut überstanden hat. Nach der OP wurde dann bei ihr ein ESBL Keim festgestellt. Sie wurde entsprechend mit Antibiotika behandelt und wieder zurück in das Seniorenheim verlegt. Wenige Tage später musste die Frau wieder in eine Klinik verlegt werden, was sich wohl als nicht so einfach darstellte. Im Umkreis von 30 km gab es wohl keine Klinik, die ein Zimmer frei hatte. Nach einer Rundreise mit dem KTW wurde die Patientin dann in die Uni-Klinik nach Homburg eingeliefert. Sie wurde dort kurz behandelt und dann wieder zurück zu ihrem Seniorenheim verbracht, wo sie weiterbehandelt werden soll.

Man darf sich nun getrost fragen, ist so eine Verfahrensweise üblich? Kann man eine ältere Person solche Dinge zumuten? Wie will nun das Pflegepersonal des Seniorenheimes die Pflege der älteren Dame übernehmen? In der Regel ist das Personal in Seniorenheimen schon überlastet genug.

Entscheidend dafür ist die Personalsituation in Pflegeheimen/Seniorenheimen. Wie sich unschwer, in dem zuvor geschilderten Fall erahnen lässt, wird die in Rede stehende ältere Dame einen erhöhten Pflegebedarf haben, zumindest so lange, bis die Erkrankung abgeklungen ist. Sind unsere Heime in solchen Situationen, die wohl nicht einmalig sein dürften, entsprechend mit geeignetem Personal ausgestattet? Es kann gerade älteren Menschen nicht zugemutet werden, in ständigem Wechsel zwischen Heim und Krankenhäusern hin und her zu wandern. Gerade für demente Patienten ist eine solche Verfahrensweise für ihren Krankheitsverlauf mehr als schädlich, was durch alle Fachleute bestätigt wird.

Wie schon in vorausgegangenen Artikeln wird auch in einem solchen Fall ein Heim auf die Probe gestellt. Die so schon zu kurz bemessene Pflegezeit kann mit Sicherheit nicht eingehalten werden. Sollte dann eine solche Patientin mehr Zuwendung und Pflege benötigen, werden wohl bei anderen Patienten Abstriche in Kauf genommen werden müssen, was aber nicht sein dürfte. Wir müssen alle zusammen versuchen solche Vorfälle auf ein Mindestmaß zu beschränken, indem wir auf die Probleme in der Pflege, Kliniken wie Heimen, hinweisen, um Antworten zu bekommen.

Nicht nur die Patienten sondern auch das Klinikpersonal sowie das Pflegepersonal in Heimen benötigt Schutz, damit die zu erbringenden Leistungen auch in der zur Verfügung stehenden Zeit erbracht werden können. Diese Probleme werden sich in nächste Zeit weiter verstärken, je mehr der demografische Wandel voran schreitet.

Gerd Amman
Seniorenbeauftragter