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Dienstag, 17. Mai 2011

KDA fordert Umdenken: Menschen mit Demenz können für Offenheit und Toleranz sorgen.

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe weist darauf hin, dass Demenz neben Herausforderungen Chancen bietet.

«Die Krankheit ist ohne Zweifel eine Herausforderung für Gesellschaft, Betroffene und Angehörige. Aber sie bietet auch Chancen», sagt KDA-Geschäftsführer Dr. Peter Michell-Auli. «Menschen mit Demenz zeigen ihre Gefühle meist stärker als andere. Dadurch können sie uns helfen, offener und toleranter zu werden.» In den Medien ist diese Sichtweise bislang nicht angekommen, wie die Reaktionen auf jüngst veröffentlichte Zahlen des Berliner Instituts für Bevölkerung und Entwicklung zeigten: Die Presse hatte ausnahmslos negativ darüber berichtet, dass sich die Anzahl der Demenzkranken nach Berechnungen des Instituts bis 2050 verdoppeln wird.

Mit der Erkrankung an Demenz tritt oft die emotionale Seite der Betroffenen stärker hervor, so das KDA. «Diese Seite haben die Betroffenen vielleicht über Jahrzehnte verborgen», sagt Gerlinde Strunk-Richter, Leiterin des Bereichs Demenz im KDA. «Ihr Hervortreten ändert das Zusammenleben und kann für viele glückliche und ergreifende Momente sorgen.» Gerade beim Essen oder dem Betrachten der Natur erlebten die Menschen mit Demenz intensive Augenblicke des Glücks. «Es ist wichtig, auch diesen Aspekt der Krankheit zu sehen. Sie ist nicht das Ende, sondern ein Teil des Lebens – und zwar einer, in dem es schöne und großartige Momente gibt», sagt Michell-Auli.

Zusätzlich informiert die vom KDA herausgegebene Fachzeitschrift ProAlter in ihrer aktuellen Ausgabe darüber, wie Bewegung Demenzkranken nutzt. Bisher ist kaum bekannt, dass körperliches Training Betroffenen helfen kann, ihre Alltagsfähigkeiten länger zu erhalten. Mit Bewegung können Demenzkranke gezielt die Spannungen und Unruhe abbauen, unter denen sie häufig leiden. Zusätzlich zum Aufbau von Muskeln, der Verbesserung von Gleichgewicht und Beweglichkeit kann das den erkrankten Menschen ermöglichen, länger selbstständig zu bleiben. Das erhöht ihre Lebensqualität und soziale Teilhabe, außerdem entlastet es Angehörige und Pflegekräfte.

Quelle: KDA (Kuratorium Deutsche Altershilfe)